Schulmusicals – Warum OER auch hier wichtig wäre

Heute bin ich in einer Freistunde über eine interessante/erschreckende Sache gestolpert, die mir bisher so nicht bewusst war, da sie mich bisher nicht betroffen hat. Konkret ging es um eine Musikzeitschrift, in der neben kleineren Unterrichtseinheiten auch immer wieder Mini-Musicals enthalten sind. Weitere Mini-Musicals kann man auch einzeln beim Verlag erhalten. Für ein solches Mini-Musical zahlt man dann teilweise bis zu 40€ für CD und Lehrerheft, also nicht gerade wenig. Nun möchte man meinen, dass man mit der Investition dann aus dem Schneider sei, man das Musical dann proben und anschließend aufführen kann. Schließlich erscheint es ja obligatorisch, dass man ein einstudiertes Musical auch in irgendeiner Form aufführt.

Hier kommt nun meine neue Entdeckung ins Spiel. Man muss die Aufführung beim Verlag anmelden. Und dies natürlich kostenpflichtig. Für eine (!!) Aufführung werden mindestens 45€ fällig. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass für dies auch für unentgeltliche Aufführungen gilt und auch für Aufführungen im schulischen Umfeld. Nehmen wir das Beispiel der Weihnachtsfeier einer Klasse, der Aufführung einer Theater-AG für die übrigen Klassen und interessierte Eltern … von Auftritten auf Weihnachtsmärkten einmal ganz abgesehen.

Dadurch werden auf den 40€ also schnell 85€ und mehr. Für eine Weihnachtsfeier ganz schön üppig.

Mir ist durchaus bewusst, die Erstellung des Materials, der Playbacks sehr viel Zeit und Geld benötigt. Musiker, Autoren etc. wollen bezahlt werden, keine Frage. Aber mich erschreckt in der Tat die Höhe der Beiträge und die Tatsache, dass die Kosten recht gut versteckt im Kleingedruckten auftauchen.

Allein schon die Seite der Kosten wäre ein Grund, hier laut nach OER bzw. GEMA-freier Musik zu schreien. Aber es gibt noch einen zweiten Aspekt, der hier beachtet werden muss. Der Verlag verweist richtigerweise darauf, dass das Musical als Gesamtwerk dem Urheberrecht unterliegt. Folglich dürfen ohne Genehmigung des Verlags keine Änderungen vorgenommen werden. Kürzen des Stücks, Einfügen einer Rolle, Ändern des Textes … all dies erscheint erst einmal nicht möglich. Es kann gut sein, dass der Verlag solche Änderung abnicken würde, aber erstmal wird darauf verwiesen, dass es nicht erlaubt ist.

Hier wäre OER natürlich optimal, denn dadurch könnte ich das Musiktstück optimal an meine Lerngruppe anpassen.

Es mag sein, dass euch die ganze Problematik schon bekannt war und ich hier alte Kamellen erzähle?? Für mich war es in diesem Umfang auf jeden Fall neu.

Weitere Infos zum Thema GEMA, Aufführung und Anmeldung gibt es übrigens hier: http://www.lehrer-online.de/500189.php?sid=80126917957220012235100280028450

Spenden

Seit einigen Tagen schon bittet openclipart.org um Spenden. Der Betrieb dieses Dienstes ist um einiges kostenintensiver als bei meiner Seite. Hinter openclipart steckt keine große Firma, sondern eine Hand voll Menschen aus aller Welt, die versuchen den Laden am Laufen zu halten. Wer dies unterstützen möchte, kann dies gerne über folgenden Link tun: https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&hosted_button_id=FSUSWMQXL8AKS Ohne diesen tollen Dienst wären viele Material doch arg farblos. Wenn jeder Mia-Fan nur 50 Cent spendete, käme wohl ein stattlicher Betrag zusammen :)

Auch wenn ich Facebook nicht leiden kann, möchte ich euch alle doch auf Suses neue Tippseite dort hinweisen: https://www.facebook.com/Primartipps Dort gibt es viele Linkempfehlungen, auch viele, die es hier noch nicht gab.

Mia rechnet Mal mit großen Zahlen

Ich habe es ja schon gestern angekündigt. Heute ist das erste Heft nun fertig (da es nix Besonderes ist, ging es recht schnell). Das Heft biete ich jetzt als PDF (wie bisher) und als ODG-Datei an, die sich mit Libreoffice 3.5 bearbeiten lässt. Mit Libreoffice 3.4 hatte ich erhebliche Probleme mit der Datei, also lieber schnell auf die neueste Version updaten.

In den Osterferien werde ich diese Seite hier ein wenig überarbeiten und Tipps zur Arbeit mit Draw einbinden, sowie Downloadlinks zu den verwendeten Schriftarten. Im gestrigen Artikel hatte ich ja bereits geschrieben, welche Schriften ich verwendet habe.

Logo by J. Mello

{title}

{description}

Zum Download klicken
Veröffentlicht unter CC-Lizenz: Creative Commons Lizenzvertrag

Logo by J. Mello

{title}

{description}

Zum Download klicken
Veröffentlicht unter CC-Lizenz: Creative Commons Lizenzvertrag

Mia verändert sich

Ich bin gerade dabei für mich eine Entscheidung zu fällen. Mia wird sich verändern. Nach einer kurzen, autodidaktischen Einführung in libreoffice Draw bin ich zur Entscheidung gekommen, dass man (über Umwege) doch auch fast alles von Publisher hinbekommen kann UND man sogar SVG-Grafiken direkt einbinden kann. Das ist natürlich ein echtes Argument FÜR libreoffice.

Demnach werde ich Mia in Zukunft (wenn alles klappt) mit Draw erstellen und hier als “echtes” OER-Material mit Quelldatei anbieten. Was leider nicht zu klappen scheint, ist das Einbinden der Schriften in die ods-Datei. Demnach müssten alle Schriften separat installiert werden, wenn man denn die Quelldatei nutzen will.

Für mich hätte das auch viele Vorteile: Fehler könnt ihr in Zukunft selbst beheben :) .. und vielleicht findet sich dann auch wer, der zu den Heften ein Lösungsheft schreibt und veröffentlicht (oder eigene, neue Mias).

Hier ein erster Testlauf. Als Schriften kommen Gruschudru basic, Intuitive und Curlyhogrunes zum Einsatz.

Logo by J. Mello

{title}

{description}

Zum Download klicken
Veröffentlicht unter CC-Lizenz: Creative Commons Lizenzvertrag

Weiterführendes OER-Geschreibsel

Für mich persönlich ist OER gerade DAS Thema schlechthin. Ich finde es sehr spannend, die Diskussionen von Menschen aus völlig verschiedenen Bildungsbereichen zu verfolgen. Heute morgen sind zwei sehr interessante Beiträge von Hermann Stubbe und Anja ins Auge gefallen. Bei Hermann wird auch wieder der Ruf nach einem zentralen Server deutlich, der die Recherche wesentlich vereinfachen würde. Ich fände ja eine Lösung wie bei openclipart schön, wo man (recht einfach) taggen kann, kommentieren und bewerten UND Sammlungen anlegen kann. Letzteres wäre vor allem für das Anlegen von Unterrichtsmappen interessant, in denen man dann verschiedene Materialien zu einem Thema verlinken könnte.

Wichtig finde ich vor allem Hermanns Hinweis, dass viele Lehrer ihre Materialien nach wie vor veröffentlichen, ohne irgendwelche Hinweise zur Lizensierung zu schreiben. Streng genommen darf der downloadende Lehrer ein solches Material nicht weiterverwenden (auch wenn es implizit bestimmt so gemeint ist).

Randgedanken

Während das Wochenende vor allem aus Kartenbasteln und Unterrichtsplanung bestand, habe ich mit einem halben Auge auch noch das verfolgt, was in Köln unter dem Namen ecco12 stattfand. Hier haben mich natürlich vor allem die Diskussionen rund um OER interessiert.

In den Etherpads der Sessions kann man viel grundlegendes Lesen, aber auch interessante weiterführende Gedanken/Links. Ich bin gespannt, ob es in naher ferner Zukunft eine Datenbank geben wird. Es scheint mir, als gäbe es noch sehr viele grundlegende Entscheidungen. Eine davon ist mit Sicherheit die Formatfrage. Hier ist natürlich der Wunsch groß, die OER-Materialien auch in offenen Formaten anzubieten, bestenfalls odt. Hier sehe ich jedoch zwei Probleme, vor allem im Grundschulbereich:

  • Ich vermute mal, dass 70% (wenn nicht mehr) der KollegInnen mit Microsoft Office arbeiten, welches in der Standardinstallation kein odt öffnen will. Natürlich gibt es hier Plugins, aber die Frage ist immer will/kann der Endnutzer ein solches Plugin installieren, ehe man das bezogene Material nutzen kann? Hier erscheint mir PDF die günstigere Lösung, auch wenn man hier die Bearbeitbarkeit einbüßt. Dazu könnte man dann parallel die Quelldatei anbieten. Man sollte bei allen Bemühungen um OER nicht die “Kundenseite” aus dem Auge verlieren: Für wen bieten wir eigentlich OER an und was kann diese Person eigentlich leisten, um OER zu nutzen. OER sollte keine “Randveranstaltung für ausgewählte Nerds” werden :)
  • Wie bereits Niklas schrieb, lassen sich mit Word/Writer zwar wunderbar Texte erstellen, bei Arbeitsmaterialien für die Grundschule werden diese Programme aber eher hakelig. Zu sehr basieren die Materialien für Grundschüler auf Grafiken. Wenn ich mir vorstelle, dass ich meine Mia-Hefte mit Word erstellen müsste, wird mir ganz anders. Ich hatte es mal mit Scribus probiert, wurde damit aber auch nicht so recht glücklich. Hinzu kommt: Selbst wenn ICH die Sachen mit Scribus erstelle: Welcher GS-Lehrer nutzt denn noch Scribus und kann damit umgehen? Solang ich keine praktikable Alternative zu Publisher gefunden habe, werde ich wohl weiter mit dem Programm von Microsoft arbeiten, auch wenn dies wenig offen erscheinen mag.

Insgesamt würde mich mal interessieren, wie hoch die Grundschulquote bei einem Event wie am WE in Köln ist.

Top