DCIGSU #1: Audacity

DCIGSU: Der Computer im Grundschulunterricht. Hier ist nun die erste Folge. Ich habe mich aus aktuellem Anlass für Audacity entschieden. Habe nämlich heute mit Klasse 2 und 4 je ein Hörbuch als Weihnachtsgeschenk erstellt und dabei intensiv mit diesem Programm gearbeitet. In der ersten Folge von DCIGSU möchte ich nun die Arbeit mit Audacity ein wenig vorstellen:

Einsatzmöglichkeiten

Audacity eignet sich vor allem für den Musikunterricht und den Deutschunterricht. Im Musikunterricht lassen sich Lieder, Spiel-Mit-Stücke und ähnliches aufnehmen. Somit kann man diese Klangergebnisse später an andere weitergeben ODER aber im Nachhinein mit den Schülern reflektieren. Ein Lied ist dann nicht mehr flüchtig, sondern kann wieder und wieder gehört werden, um Gelungenes und Verbesserungswürdiges herauszufiltern und optimieren zu können.

Im Deutschunterricht kann man Lesungen und Hörspiele mit dem Programm aufzeichnen. Für die Kinder ist es immer toll, ihre eigene Stimme zu hören. Mit den Werkzeugen von Audacity kann man die Aufnahmen im Nachhinein noch bearbeiten, etwa Verleser herausschneiden, leise Stellen lauten machen oder Stimmhöhen verändern.

Voraussetzungen

Das Programm ist komplett kostenlos, da es als Open-Source-Projekt geführt wird. Früher musste man noch für Programme mit einem derartigen Funktionsumfang sehr viel Geld bezahlen. Das Programm kann über folgende Adresse bezogen werden: http://audacity.sourceforge.net/download/ Es ist für Windows, Mac und Linux verfügbar.

Darüber hinaus braucht man ein Mikrofon für die Aufnahmen. In vielen Laptops ist ein Mikrofon integriert. Die Klangergebnisse sind aber meist bescheiden, so dass ich ganz klar zu einem “externen” Mikrofon rate. Diese gibt es ab wenigen Euro bis hin zu mehreren 100 Euro. Ich habe mich seinerzeit für ein etwas teureres Gerät entschieden, weil mich mit den billige Expemplaren nie wirklich zufrieden war (Rauschen, Knacken usw.). Meine Wahl fiel auf das Samson Q1U, ein USB-Mikrofon, welches sich folglich auch nur am PC nutzen lässt.

An vielen Schulen gibt es ja eine Musikanlage, mit der an Schulfesten etc. beschallt wird. Evtl. lassen sich auch die dafür genutzten Mikros an den PC anschließen.

Mehr braucht man erstmal nicht. Natürlich ist es für Musikaufnahmen besser, wenn man den Ton an mehreren Stellen abnimmt, aber wir wollen es mal nicht übertreiben :) .

Die Arbeit mit dem Programm

Ich will hier gar nicht viele Worte verlieren und viele Screenshots bemühen. Bei Youtube finden sich etliche Tutorials. Ein sehr gutes Einsteigertutorial integriere ich an dieser Stelle.

Das Video erklärt die wichtigsten und einfachsten Schritte: Aufnahme, Schnitt, Lautstärkenänderung und Speichern/Export. Mehr braucht man eigentlich nicht für den ersten Einsatz in der Schule. Schaut euch einfach das Video in aller Ruhe an und dann: AUSPROBIEREN! Ihr werdet sehr schnell merken, dass das Programm ganz leicht zu bedienen ist und man schnell zu guten Ergebnissen kommt. Wer weiterführende Hinweise zur Benutzung braucht, sollte vor allem bei Youtube nach Erklärungsvideos suchen. Sehr empfehlen kann ich dabei den Channel von AudacityWorkshop. Hier bekommt in wenigen Minuten richtig gute Sachen erklärt. Richtig beeindruckt war ich beispielsweise von der Sache mit der Geisterstimme:

Auch sonst gibt es dort netten Tipps zu Effekten.

Auch bei lehrer-online findet sich ein Tutorial, diesmal im PDF-Format. Zudem findet ihr dort über die Suche auch zahlreiche Anregungen für den Unterricht. Diese möchte ich hier nicht alle verlinken, da es wirklich viele sind.

Stolperfallen

Auf zwei Dinge wird man bei der Nutzung von Audacity evtl. stoßen.

Die Aufnahme ist zu leise. Hier sollte man prüfen, ob der Regler des Mikrofons in Audacity zu leise eingestellt ist. Man findet diesen Regler direkt unter dem Aufnahmebutton in Audacity. Zudem gibt es noch eine Windows-eigene Einstellung für die Lautstärke eines Mikrofons. Klickt dafür auf folgendes:

Start -> Systemsteuerung -> Sound -> Reiter “Aufnahme”. Markiert dort euer Mikrofon, klickt auf “Eigenschaften”, dann auf den Reiter “Pegel”. Dort könnt ihr die Lautstärke des Mikros auch noch einmal hochregeln. Doch übertreibt es nicht, sonst könnte es passieren, dass die Aufnahmen zu sehr “klirren”.

Der Export als MP3 klappt nicht. Audacity kann von Haus aus nicht als MP3 exportieren. Dahinter steckt eine komplizierte Sache aus dem Lizenzrecht. Man muss die entsprechenden Datein nachträglich einbinden. Ladet euch diese Dateien hier herunter: http://www.chip.de/downloads/LAME_13003295.html

Entpackt die Datei und merkt euch, wo ihr die Dateien gespeichert habt. Audacity wird nach einer ganz bestimmten Datei fragen. Diese Datei findet ihr in dem Verzeichnis, in das ihr “Lame” entpackt habt.

Alternativ könnt ihr aus Audacity heraus auch als WAV-Datei exportieren. Das klappt immer und lässt sich nacher auch auf eine CD brennen.

Fazit

Audacity ist ein tolles Programm für die Grundschule. Es ist wirklich leicht zu bedienen, kostet nix und mit ein bisschen Einarbeitung kann man beeindruckende Ergebnisse machen. Ob das Programm auch von Kinderhand zu bedienen ist, kann ich nicht aus eigener Erfahrung sagen. Mit etwas Einarbeitung und entsprechenden Anleitungen bestimmt.

Habt ihr noch Fragen oder Anregungen? Dann nutzt die Kommentarfunktion!

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Mit Audacity lassen sich auch (in gewissem Umfang) Playbacks in passende Tonarten transponieren und das Tempo regulieren. Das kann man sehr schön zur Herstellung von Mitspielsätzen im Musikunterricht nutzen (unter Effekte: Tonhöhe ändern / Tempo ändern).

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