Gestern verschickte die Persen-Verlagsgruppe massenhaft Newsletter mit DER neuen Ankündigung: Das Lehrerbüro ist da. Nein, wir bekommen nicht in der Schule ein eigenes Büro … leider. Aber dafür hat die Gruppe Persen/AOL/Bergedorfer sich dazu entschieden ein wenig mit der Zeit zu gehen und ihre Printmedien, die so schon seit geraumer Zeit auch als PDF vetrieben werden, nun auch in einer großen Materialdatebank zu vertreiben.
Wie sieht das konkret aus?
Plump gesagt hat man sich wohl schon vor einiger Zeit dazu entschieden, die vielen vielen Hefte aus dem eigenen Haus als PDF bereitzustellen. Bisher konnte man diese nur als Einzeldownload erwerben. Allerdings für vergleichsweise viel Geld. So kostete beispielsweise ein Ebook 15€, das gleiche Buch als Printversion 19€. Die Herstellungskosten für das 200 Seiten starke Werk dürften eigentlich mehr als die 4€ ausmachen, die man einspart. Zudem hatte man beim Buch weitaus bessere Nutzungsbedingungen als bei der PDF-Datei (Stichworte: Verleih, Weiterverkauf).
Nun hat man die Downloads gebündelt und in eine Datenbank eingestellt. Für einen Monatsbeitrag zwischen 15€ und 30€ kann man so viel herunterladen wie man will. Das Ganze im PDF-Format. Versprochen werden insgesamt 60.000 Titel, für jede Schulform 20.000. Das Wort “Flatrate” wird nicht gebraucht, würde man aber in der heutigen Zeit irgendwie dazu passend erwarten. Ich habe mir zu dem Angebot mal ein paar Gedanken gemacht …
20.000 Titel?
20.000 Titel allein für die Grundschule. Das klingt nach sehr viel Material. Quasi Material bis ans Lebensende. Es ist auch viel Material, aber weitaus weniger als man denkt. Der Verlag hat nämlich viele der bekannten Hefte in mehrere Teile aufgeteilt und bietet sie getrennt an. Das ist legitim und erleichtert auch die gezielte Suche nach Material zu einem Thema, aber es relativiert das Angebot dann doch ein bisschen.
Ich spare viel
Eines der Hauptargumente des Verlages, die für das Angebot sprechen sollen, ist die Ersparnis. Man zahle ja nur einen recht geringen Monatsbeitrag. Das stimmt auch irgendwie. 15€ klingt nach nicht viel. Im Jahr sind wir dann aber schon bei 180€. Und ich kann mich nicht erinnern, im letzten Jahr mehr als 180€ im Hause Persen ausgegeben zu haben. Für Persen wäre es auf jeden Fall ein Gewinn, wenn ich das Angebot nutze. Für mich natürlich auch, denn ich habe mehr Material zur Auswahl. Ob ich es dann auch nutze, steht auf einem anderen Blatt.
Und: Ich binde mich natürlich an Persen. Für Material von der Ruhr, von Cornelsen etc. zahle ich trotzdem weiter. Wenn es dort eine vergleichbare Datenbank gäbe, dann wären die monatlichen Aufwendungen schon deutlich höher. Ob man also wirklich günstiger unterwegs ist, sei also dahingestellt.
Was auf jeden Fall entfällt sind Fehlkäufe: Was nicht passt, wird halt nach dem Download wieder gelöscht.
Alles neu?
Neu ist das Geschäftsmodell mit Sicherheit nicht. Es gibt schon seit längerem anderen Datenbank, die zu einem Festpreis Material anbieten. Allerdings finde ich das Material des Lehrerbüros wesentlich ansprechender und fundierter als die Mitbewerber. Und: Persen scheint der erste der großen Verlage zu sein, die diesen Schritt wagen. Während andere Verlage weiter darüber schimpfen, dass ihr Material als gescannt und verschickt wird, geht Persen in die Offensive und bietet das Material selbst als PDF an. Und ja, als PDF. Keine Gängelung durch irgendwelche Kopierschutzmechanismen oder ähnliches. Auch das gefällt.
Fazit
Ich selbst habe (noch) kein Abo für diesen Dienst, spiele aber mit dem Gedanken das Probe-Abo zu testen. Erst im normalen Schulalltag wird sich wohl zeigen können, ob sich das Angebot lohnt. Interessant ist es allemal.
Link: http://www.xn--lehrerbro-w9a.de/